Mein letzter Aufenthalt in Kathmandu ehe es nach Hause geht

Wetter: sonnig, sehr warm und trocken

Strecke: Kathmandu

max. Höhe: ca. 1300 m ü.NN

ThamelHeute früh standen wir nicht so zeitig auf. Ich hatte gut geschlafen, nachdem ich gestern ausgiebig geduscht hatte. Was für eine Wohltat. Wir hatten diesmal ein Zimmer mit Dusche und WC bekommen. Es war wesentlich angenehmer und bequemer, als das erste Mal im Hotel „Shakti“. Frühstücken wollten wir wieder in dem Dachcafé, welches wir schon zu Beginn des Monats besucht hatten, aber man sagte uns, dass es heute kein Frühstück gäbe. Ich vermute mal, weil heute Sonnabend ist und dieser ist in Nepal Feiertag. Am Sonntag wird normal gearbeitet.
Also gingen wir ins Hotel zurück und frühstückten dort. Ich aß Omelette, Toast mit Butter und Marmelade, gebratene Tomate und Kaffee. Dann gingen wir in Thamel spazieren. Ich kaufte bei einem Papierwarenhändler Kalender aus handgeschöpften Reispapier als Mitbringsel für die verschiedensten Verwandten und Bekannten. Es war wieder sehr heiß und staubig in Kathmandu.
Mittag aßen wir eine Kleinigkeit im Hotel. Ich bestellte einen großen Obstsalat. Shopping in ThamelDieser passte in eine ganz normale Dessertschüssel, mit anderen Worten, er war nicht besonders groß. Heinz legte sich ins Bett und ich wollte noch einmal zum Supermarkt. Dieser war aber, weil Sonnabend war, geschlossen. So ging ich noch ein bisschen spazieren und entdeckte dabei das richtige Geschenk für Conny. Ich werde es ihr geben, wenn ich ihr den Heiratsantrag mache. Es ist ein Ring aus Gold mit einem Rubin und zwei Diamanten. Und weil ich von Natur aus übervorsichtig bin, ließ ich ihn bei einem anderen Juwelier überprüfen.
Im Hotel zurück, legte ich mich ins Bett und schlief ein. 17.00 Uhr wachte ich auf und ging aufs Dach, um die Hose zu trocknen, welche ich vorher gewaschen hatte. Nachdem wir die Melone gegessen hatten, die ich von meinem Mittagsspaziergang mitgebracht hatte, brachen wir um 17.30 Uhr noch einmal in die Stadt auf.
Abendbrot aßen wir auf der Dachterrasse des Cafés, in welchem wir schon frühstücken wollten. Dabei mussten wir feststellen, dass die Bedienung nicht die schnellste war. Aber die französische Zwiebelsuppe und die Pizza waren relativ schmackhaft. 19.45 Uhr waren wir im Hotel zurück und ich setzte mich in die Hotelhalle, um mein Tagebuch zu schreiben. Hier stellte ich wieder fest, wie klein die Welt ist.

Letzter Abstieg in Nepal und zurück nach Kathmandu

Wetter: sonnig, warm und trocken, herrliche Fernsicht

Strecke: Kyangjin – Langtang Village – Ghora Tabela – River Side

max. Höhe: ca. 3750 m ü.NN

Langtang VillageHeute früh sollte es nun zum Abstieg gehen. Aus dem Schlafsack gepellt habe ich mich heute um genau 7.06 Uhr. Dann wurden alle Sachen gepackt und nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den Bergen, welche wieder herrlich in der Morgensonne leuchteten.
8.15 Uhr ging es los. Unsere nicht mehr benötigten Nahrungsmittel hatten wir zuvor dem Wirt vom Yeti-Hotel in Kyangjin zu einem sehr günstigen Preis verkauft. Die erste Abstiegsetappe ging bis Langtang Village. Hier hieß es warten, damit sich die Gruppe wieder sammeln konnte.
Während wir an der Lodge am Ortsausgang Tee tranken, kam ein Hubschrauber das Tal hinauf. Als er gelandet war, entstiegen ihm kein Lehrer oder Arzt, sondern vier beleibte Touristen mit Videokamera und Fotoapparat. Sie wollten nur mal schnell Sightseeing machen. Furchtbar!
Weiter ging es bis Ghora Tabela. Dort befand sich der Checkpoint vom Langtang Nationalpark. Eine Unterschrift reichte, um uns aus diesem Gebiet abzumelden. In der Lodge von Ghora Tabela machten wir die zweite Pause und tranken Tee und aßen Nudelsuppe.
Hängebrücke bei Ghora TabelaEine weitere ¾ Stunde später waren wir dann an der herrlich gelegenen „River Side Lodge“ angelangt. Auf dem Weg dorthin liefen wir durch den beeindruckenden Urwald des Langtang Tales. Überall blühte es und es gab herrliche Lichteinbrüche durch die hohen Baumwipfel.
An der Lodge gingen wir im Langtang Khola baden. Leider war die Sonne bereits weg, aber die Steine hatten die Wärme gespeichert und es war sehr angenehm, dort zu sitzen. Im Fluss an einem Stein riss ich mir die Ferse auf und durch das Wasser schien es besonders stark zu bluten. Zum Abendbrot bestellte ich gebratene Nudeln mit Gemüse und Pilzsuppe.
Morgen würde sich die Gruppe nun trennen. Ich bin gespannt, wie ich in Kathmandu landen werde. Vor allen Dingen bin ich gespannt auf die Busfahrt im öffentlichen Bus mit den vielen Kontrollen und einer Fahrdauer bis zu 9 Stunden.

Aufstieg zum Kyangjin während meiner Nepal Reise

Wetter: früh kalt und sonnig – nachmittags Wolken, Wind, Schnee und Hagel

Strecke: Kyangjin – Menchamsa

max. Höhe: ca. 4470 m ü.NN

KyangjinHeute früh stand ich 6.45 Uhr auf, damit ich pünktlich 7.30 Uhr zum Frühstück fertig war. Es gab tibetanisches Brot mit Marmelade. Start war geplant für 8.00 Uhr, verzögerte sich aber etwas. Beim Aufstieg auf den Hausberg von Kyangjin waren dabei: Steffen, Manfred, Gudrun, Uli, Heinz, Vati, Torwa, Alison und ich. Cecilia sollte es nicht besonders gut gehen, so dass sie im Dorf blieb.
Es ging 450 Höhenmeter steil bergauf bis zum ersten Gipfel. Mit dem Erreichen hatten wir eine Höhe von ca. 4200 m. Mir ging es immer noch recht gut. Nur die dünne Luft machte mir etwas zu schaffen. Nach einer halben Stunde Rast beschlossen wir, den zweiten Gipfel auch anzugehen. Steffen, Manfred, Uli, Vati, die zwei Mädchen und ich brachen voller Elan auf, um die nächsten 450 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Gudrun und Heinz gingen ins Tal zurück. Nach einer reinen Gehzeit (ab Tal) von 2 Stunden und 28 Minuten erreichten wir den schneebedeckten Gipfel und hatten eine Höhe von 4470 m. Nach einer 20minütigen Pause machten wir uns auf den Rückweg ins Tal.
Kyangjin TrekGegen 13.00 Uhr waren wir zurück in Kyangjin und freuten uns auf das Mittagessen. Die „Überraschung“ war riesig – es gab Nudelsuppe. Nachdem ich mir den Magen vollgeschlagen hatte, rasierte ich mich mehr schlecht als recht mit einem Stück Handseife und einer stumpfen Rasierklinge. Kaum war ich fertig, zog sich der Himmel zu und es begann zu schneien und hageln. So setzte ich mich in die Lodge an das zugige Fenster und schrieb bei diffusem Licht mein Tagebuch. Am Abend ging ich zu Torwa, Cecilia und Alison und bat sie, unsere Post mit nach Kathmandu zu nehmen und abzuschicken. So könnte unsere Post eher in Deutschland sein. Mit einem Lächeln erklärten sie sich bereit und dann verabschiedeten wir uns voneinander, denn sie wollten morgen nach Dhunche absteigen.

Trekkingetappe von Dhunche nach Thulo Syabru

Wetter: sonnig, warm und trocken, relativ gute Fernsicht

Strecke: Dhunche – Bharkhu – Syabru

max. Höhe: ca. 2320 m ü.NN

BharkhuNach einer noch ganz bequemen Nacht im Schlafsack, ging es heute früh 8.00 Uhr auf die erste Trekkingetappe. Zuerst stiegen wir ca. 150 Meter ab, um dann aufzusteigen nach Bharkhu. Dort machten wir eine kurze Pause mit Coca Cola und Nestlé Schokolade und dann ging es weiter aufwärts nach Brabal, wo ich jetzt auch diese Aufzeichnungen mache.
Hier sind wir auf einer Höhe von 2260 m und haben bis jetzt 680 Höhenmeter überwunden. Da ich mit Jürgen etwas schneller gelaufen bin, warten wir jetzt auf den Hauptteil unserer Gruppe. Seit heute früh habe ich etwas dünnen Stuhlgang und habe als Gegenmaßnahme eine Kohletablette geschluckt. Hängebrücke nach Thulo SyabruAuf dem ersten Teil der heutigen Strecke hatte ich Probleme mit Bauch- und Schulterschmerzen. Vermutlich ist der Rucksack noch nicht richtig eingestellt. Eine Stunde später war unsere Gruppe wieder vollständig. Wir bestellten Tee und eine Nudelsuppe. Als wir fertig waren mit dem Essen, schulterten wir die Rucksäcke und brachen auf in Richtung Syabru – unser Tagesziel.
Nach 4 Stunden und 20 Minuten reine Laufzeit waren wir da. Harka war am Morgen eher als wir losgegangen und hatte unser Quartier für die Nacht bereits angemietet. Es war die Lodge „Langtang View“. Ich bekam ein Zimmer gemeinsam mit Jürgen und Steffen.

Gleich nach unserer Ankunft wollten wir uns waschen und so zeigte uns die Wirtin die hauseigene „Dusche“. Diese entpuppte sich als ein auf dem Hof stehender Verschlag mit einem rutschigen Brett auf dem Sandboden und einem an der Wand hängenden Plastikeimer mit Wasserhahn. Nachdem wir das Brett durch ein frisches ersetzt hatten, betrieben alle so gut es ging Körperpflege. Einige wuschen auch noch ihre Kleidung. Nach dem Umziehen gingen einige in den Ort. Ich blieb in der Lodge und schrieb mein Tagebuch weiter.

Abenteuerliche Busfahrt in das Bergdorf Dhunche

Wetter: sonnig bis bedeckt, warm und trocken

Strecke: Busfahrt von Kathmandu nach Dhunche

max. Höhe: ca. 2140 m ü.NN

Heute nun endlich ging es los in die Berge. Früh ca. 8.00 Uhr starteten wir mit dem Privatbus Richtung Dhunche. Das Gepäck lag auf dem Dach, die Guides (Führer in den Bergen), der Koch und unsere fünf Porter (Träger) saßen mit uns im Bus.
Bus nach DhuncheZuerst war die Straße noch heilwegs asphaltiert, aber später wurde sie zu einer abenteuerlichen Schotterpiste. Die Strecke ging vorbei an interessanten Dörfern und kunstvoll angelegten Terrassen für Reis und Getreide. Unterbrochen wurde die Fahrt nur durch Polizei- und Armeeposten. Am letzten wurde sogar unser Gepäck auf dem Dach überprüft. Die Soldaten waren zwar sehr freundlich, aber so richtig geheuer war es mir nicht. Einer wollte die Fotos von meiner Conny und Erik sehen und sie gleich behalten. Da habe ich aber entschieden Widerspruch eingelegt.
Unsere Lodge „Hotel Sangroula“ in Dhunche war nicht besonders schön. Die sanitären Einrichtungen brauche ich nicht zu erwähnen, denn es waren außer einem schmutzigen Waschbecken und einem Verschlag mit Loch im Boden (diente als Toilette) keine vorhanden. Ich glaube, ich sehnte mich damals schon nach einem ausgedehnten Termin in der heimischen Badewanne.
Die Stimmung in der Gruppe war gut. Das Einzige was mit der Zeit nervte, war das ewige Gerede und Gescherze, wenn es darum ging, etwas Wichtiges zu besprechen oder zu entscheiden. In Dhunche war ich sehr gespannt, was wohl die nächsten Tage und Wochen an neuen Eindrücken und Erlebnissen bringen würden. Vor allem der Verzicht auf jeglichen Komfort und die allgegenwärtige Verschmutzung, sei es die Toilette, die Waschgelegenheit, welche teilweise gar nicht vorhanden war, oder das Bett, setzten mir in den nächsten zwei Wochen besonders zu.

Schöne Tour von nach Patan nahe Kathmandu

Wetter: sonnig, warm und trocken

Strecke: Kathmandu – Patan und zurück

max. Höhe: ca. 1300 m ü.NN in Kathmandu

Thamel8.00 Uhr standen wir heute auf und trafen uns eine halbe Stunde später, um zum Frühstück in die Stadt zu gehen. Nach kurzer Suche fanden wir eine Dachterrasse mit Blick auf eine viel befahrene Kreuzung. Es war sehr interessant, während des Frühstücks das Treiben zu beobachten. Ich aß ein Omelette mit Toast und Bratkartoffeln und Kaffee für NR 40,00.
Nach dem Frühstück gingen wir in der Altstadt von Kathmandu in aller „Ruhe“ bummeln. Es gab viel Neues und Interessantes zu entdecken. Das ist das Schöne an Kathmandu und besonders an Thamel, dass man noch so oft eine Straße entlang gehen kann und der Blick erspäht immer wieder ein neues Detail. Man kann sich auch einfach einen halben Tag an einen Tempel setzen und die Menschen beobachten und es wird einem nicht langweilig. Und „Fotomaterial“ gab es hier in der Altstadt mehr als genug. Zeitweise hatte ich Angst, nicht genug Filme dabei zu haben.
Bis 12.00 Uhr mussten wir uns noch jeder ein Fahrrad besorgen für unsere Fahrradtour am Nachmittag. Da ich heute mit Bernd und Christian unterwegs war, machten wir uns zu dritt auf die Suche nach einem geeigneten Untersatz. Ein sehr umsichtiger Händler sah uns und half gleich bei der Suche. Wir klapperten mehrere Verleihstationen ab und hatten beim vierten Geschäft endlich Glück und bekamen ein Fahrrad für NR 40,00 pro Tag. In Deutschland würden diese Räder wahrscheinlich gleich aus dem Verkehr gezogen.
Wir trafen uns nach dem Mittagessen im Hotel und starteten gemeinsam zu unserer Tour ins ca. 4 km entfernte Patan (Lalitpur).Temple Khokana Lalitpur Es ist erstaunlich, dass auf der halbstündigen Fahrt keiner zu Schaden gekommen ist. In Nepal gilt Linksverkehr und das ist scheinbar auch die einzige Verkehrsregel, welche allgemein bekannt ist. Wer die lauteste Hupe oder Klingel und das größte Fahrzeug besitzt, hat auch die Vorfahrt. Was für mich auch absolut nicht fassbar war, sind die Abgas- und damit verbunden die Luftprobleme in Kathmandu. Wenn die Fahrzeuge an einer Steigung herunterschalten mussten, war teilweise die gesamte Straße in blauen Nebel gehüllt, die Augen fingen an zu tränen und das Atmen war fast unmöglich. Wir halten das nur die vielen Rikschafahrer aus?
In Patan wurden wir dann mit herrlichen Tempel- und Palastanlagen für unsere Mühen belohnt. Wir verabredeten uns zum Abendbrot und trennten uns anschließend, um den Bezirk in kleinen Gruppen zu erkunden. Ich warf auch schon mal ein Auge auf ein paar mögliche Souvenirs und merkte mir die Läden für den späteren Einkauf. Gefunden hatte uns auch ein netter Nepalese, der uns ohne aufgefordert zu werden, die „geheimen“ Ecken von Patan zeigte. So auch den Tempel der Tausend Buddha – Maha Bouddha, welchen wir alleine wohl nicht erspäht hätten, denn er war gut versteckt in einem Hinterhof. Für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft unseres Begleiters bedankten wir uns mit NR 15,00 und einer Schachtel Zigaretten. Er freute sich darüber wie ein kleiner König.
Gegen 17.00 Uhr trafen wir uns zum Abendbrot in einem kleinen Hinterhoflokal mit viel Grün. Gut gestärkt machten wir uns anschließend auf die Rückfahrt zum Hotel. Es dämmerte schon, als wir dort ankamen und beschlossen , noch ein Bier trinken zu gehen. So landeten wir wieder auf der Dachterrasse, auf welcher wir schon gefrühstückt hatten. 23.15 Uhr war ich dann im Bett. Für morgen hatten wir uns eine Wanderung zur Svayambunath Stupa vorgenommen. Eigentlich kein Problem, wenn nicht Start um 5.00 Uhr früh sein sollte.

Anreise nach Neapel und die ersten Urlaubstage

Wetter: kühl, bewölkt und Nieselregen

Strecke: Bahnfahrt von Neuenburg am Rhein nach Frankfurt am Main

Flughafen FrankfurtEndlich war es soweit. Vier Wochen Urlaub, oder doch eher Abenteuer (?), in Nepal lagen vor mir. Um nicht direkt aus dem Büro in den Flieger zu steigen hatte ich mir schon den Freitag Urlaub genommen und bin Donnerstag Nachmittag mit dem ICE 770 von Freiburg nach Frankfurt am Main gefahren, wo ich am Hauptbahnhof von Peter (einem ehemaligen Klassenkameraden meiner Frau) abgeholt wurde. Bis zum Nachmittag verlief mein erster Urlaubstag recht unspektakulär.
Das änderte sich als Peter endlich vom Besuch einer Sanitärmesse zurückkam und wir pünktlich 17.00 Uhr Richtung Flughafen „starten“ konnten. Eine Stunde benötigten wir für die Fahrt durch den Feierabend-Wochenend-Verkehr.
Nach der Verabschiedung machte mich auf die Suche nach dem Rest der Gruppe, welche mit dem Zug von Dresden anreisen wollte. Vereinbarter Treffpunkt war „der“ Lufthansa-Schalter im Terminal 1. Wie sich herausstellte war diese Verabredung recht optimistisch getroffen worden, denn es gab mehr als nur „den“ einen. Auf dem Bahnhofsdeck traf ich dann eher durch Zufall meine Mitstreiter der nächsten vier Wochen. Es muss so gegen 19.20 Uhr gewesen sein. Ich nutzte die Zeit und rief noch mal bei Conny in Neuenburg an.
20.30 Uhr begann dann das Einchecken am Lufthansa-Schalter 73. Es gab eine Menge zu beachten bei so einer Gruppe und dem Gruppengepäck. Es klappte aber alles reibungslos und eine Stunde später war das ganze Prozedere beendet. Auf dem Weg zum Boarding passierten wir 22.00 Uhr die Passkontrolle und ungefähr 10 Minuten später die Sicherheitsposten. Im Transitbereich am Flugsteig B 27 war dann erst mal Endstation und wir begannen mit dem Warten auf unsere Maschine der ROYAL NEPAL AIRLINES.
Auf dem Informationsmonitor wurde angezeigt, dass der Flug nach Kathmandu über Dubai rund eine Stunde verspätet sei. Wir übten uns also in Geduld und erhielten nach einer weiteren halben Stunde folgende Durchsage: „Die Fluggäste für den Flug nach Kathmandu via Dubai bitte zum Flugsteig B 21. Die Fluggäste für …“ Wir wechselten schnell unsere Position und trafen am anderen Flugsteig auch die Crew für unseren Flug bis Dubai.
0.30 Uhr war dann die Maschine aus London kommend gelandet und die Passagiere und die „alte“ Besatzung gingen von Bord. 20 Minuten später machte sich die neue Besatzung auf den Weg in die Maschine. Doch große Enttäuschung, als wenig später die Durchsage kam, dass das Flugzeug heute nicht mehr starten darf, weil die neue Crew mit der Summe der Verspätung und der vorrausichtlichen Flugzeit ihre zulässige Arbeitszeit überschreiten würde. Die Mannschaft des AIRBUS 310-300 ging kopfschüttelnd von Bord und später hieß es auch, dass die Maschine einen technischen Defekt hätte und da am Morgen in Rumänien ein AIRBUS gleicher Baureihe abgestürzt war, sei man besonders vorsichtig. Welch ein beruhigendes Gefühl.
Gedanken machen konnten wir uns aber nicht lange, denn ein ganz anderes Problem verlangte unsere Aufmerksamkeit. Es mussten alle 260 Passagiere untergebracht werden, was in der Messestadt Frankfurt an diesem Abend gar nicht so einfach war. Doch wir hatten Glück und bekamen Zimmer im „KEMPINSKI“ Frankfurt. Gut, wir waren vielleicht nicht ganz angemessen gekleidet, aber deswegen hat es uns nicht minder gefallen. Später haben wir dann gescherzt, dass die Einquartierung im „KEMPINSKI“ uns den krassen Unterschied zwischen zu Hause und Kathmandu noch deutlicher zu machen. Vati und ich bekamen eine Suite über zwei Etagen. Wir duschten und fielen, nach zwei langen Telefonaten mit unseren Lieben, gegen 3.00 Uhr müde in das große Doppelbett.

7.20 Uhr verließen wir heute früh unsere Betten und waren gegen 8.00 Uhr im „KEMPINSKI“ zum Frühstück. Es gab ein reichhaltiges Buffet. Laut unserem Frühstücksgutschein durften wir bis zu einem Betrag von DM 39,00 speisen. Ob wir das geschafft haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sehr gut und reichlich war.
10.00 Uhr kam ein Reisebus und brachte uns zum Flughafen zurück. Hier hatten wir noch bis 16.00 Uhr Zeit, denn dann erst sollte unser Flug nach Kathmandu gehen. Also besuchten wir die Aussichtsplattform des Terminal 1. Über eine Stunde beobachteten wir den regen Flugverkehr. Ständig kamen die unterschiedlichsten Flugzeuge herein und genauso oft starteten auch welche. Es war sehr interessant und beeindruckend, dass das Ganze „irgendwie“ funktioniert.
Gegen 15.00 Uhr wurde unser Flug aufgerufen und wir mussten zum Boarding. Ich dachte noch, hoffentlich geht heute alles glatt und schon gab es erneut Probleme mit der Bekanntgabe des richtigen Flugsteigs. Erst hieß es B 23, später B 20! 16.30 Uhr hatten wir es geschafft. Wir saßen im Bus und dieser brachte uns zum Flugzeug, welches etwas abseits stand, da es ja ein außerplanmäßiger Flug war. Unsere Plätze waren auf der mit vier Sitzplätzen nebeneinander bestuhlten Mittelreihe. Kurz vor dem Start machten die Stewardessen die Sicherheitsbelehrung und um 16.52 Uhr hob die Maschine vom Typ AIRBUS 310-300 ohne Probleme vom Boden in Frankfurt ab. Der Start bekam mir sehr gut und auf 10.000 m Höhe hatte wir blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Der Kapitän begrüßte uns an Bord und erklärte die Flugroute für die kommenden 6 Stunden bis Dubai. Wir flogen die Strecke Wien – Sofia – Ankara – Teheran – Dubai. Das erste und letzte Mal bin ich 1976 nach Moskau geflogen. Ich war damals 6 Jahre und habe eigentlich keine wirklichen Erinnerungen an den Flug mit einer sowjetischen IL-62 M. Ich freute mich einfach auf die kommenden Wochen und hoffte auf eine glückliche Heimkehr zu meiner Verlobten und unseren Sohn.
18.50 Uhr wurde von den freundlichen Stewardessen das Abendbrot serviert und die restliche Zeit bis Dubai verbrachten wir Tagebuchaufzeichnungen, Kartenstudium, lesen und schlafen. 22.38 Uhr MESZ (0.38 Uhr Ortszeit) landeten wir sicher in Dubai. Die Luft war drückend schwül. Wir wurden unter auffallend hohen Sicherheitsbestimmungen aus dem Flugzeug, in den Bus und dann zum Flughafengebäude gebracht. Wo man hinschaute freundliche, aber bestimmend auftretende Sicherheitsposten, denn wie ich hörte, rechnet man hier immer mit Anschlägen von Terroristen. Im sehr nobel gestalteten Transitbereich konnte man das Geld förmlich „riechen“. Wir nutzten die Zeit bis etwa 1.45 Uhr Ortszeit auf und waren gegen 2.10 Uhr wieder im Flugzeug, welches jetzt eine neue Besatzung hatte und aufgetankt war. 2.38 Uhr starteten wir mit Flugziel Kathmandu. 6.45 Uhr Nepalzeit wurde das Frühstück serviert. Es war recht schmackhaft.
Gegen 8.00 Uhr versuchte der Pilot die erste Landung. Er flog aber zu tief an und musste durchstarten. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man in diesem „Vogel“ drinsitzt. Der zweite Landeversuch um 8.20 Uhr klappte dann reibungslos und wir sind am Ziel angekommen.
Flughafen in Kathmandu NepalDie Abfertigung auf dem Flughafen geht sehr schnell. Für unser Touristenvisum zahlten wir $ 30,00 und beim Umtausch bekam ich für $ 150,00 ca. NR 7.300,00.
Abgeholt wurden wir von Bekannten unseres Reiseleiters Uli und Angestellten des Hotels. Zur Begrüßung bekam jeder von uns zwei Blumenketten um den Hals gehangen und unser Gepäck wurde sehr schnell auf dem Busdach verladen. Bei der anschließenden Fahrt zum Hotel hatten wir immer Angst, es könnte etwas herunterfallen. Die Straßen von Kathmandu sind teilweise sehr eng und in einem bedauernswerten Zustand.
Unser Hotel befand sich in Thamel, hieß „Shakti“ und machte einen soliden und ordentlichen Eindruck. Wir bekamen alle Doppelzimmer, aber in unterschiedlicher Qualität. Vati und ich bekamen ein kleines, karg eingerichtetes Zimmer ohne Toilette und Bad. Das Bett war auch nicht bezogen.
11.30 Uhr trafen wir uns zu einem ersten Stadtrundgang vor unserem Hotel. Als wir dann in die Altstadt von Thamel eintauchten, war ich im ersten Moment sprachlos. Ich war schockiert über den allgegenwärtigen Schmutz und Abfall und den Zustand der meisten Häuser. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie gut es uns doch in Deutschland geht. Mir wurde auch klar, dass man Kathmandu niemandem beschreiben kann. Man muss es gesehen und erlebt haben. Dieses Gemisch aus Schmutz, Menschenmassen, Farbenpracht und Prunk der alten Tempel, chaotisch fahrenden Autos, Motorräder, Rikschas und Fahrräder, ständiges Hupen und Klingeln in allen vorstellbaren Tonlagen und vor allem Händler, mehr oder weniger aufdringlich. Zusammengefasst eine für uns nicht begreifbare Welt. Wir sahen bei unserem Spaziergang eine Menge Tempel und Stupas und den Durbar Square, den alten Königspalast. 18.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und verabredeten uns für 19.30 Uhr zum Abendbrot.
Nach einer Dusche im Zimmer von Achim und Heinz, im „Bathroom“ auf dem Korridor wollte ich nicht duschen, ging ich in die Hotelhalle und schrieb einige Karten. Dabei dachte ich an Conny und beschloss, sie anzurufen. In Neuenburg war es ca. 15.00 Uhr und die Verbindung nach Europa war ausgezeichnet. Pünktlich saßen wir im Hotelrestaurant zum Abendbrot und bestellten kurz vor 20.00 Uhr unser Essen. Eine Stunde später wurde es auch „schon“ gebracht. Wahrscheinlich waren sie in der Küche auf so einen Ansturm nicht eingestellt. Die Speisen waren aber gut. 22.40 Uhr waren wir dann in unseren Betten.

Einleitung für die Nepal Wanderung

2015 hatte ich nach zwei Jahren Vorbereitungszeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Gelegenheit, in einem recht abenteuerlichen Urlaub das ferne Königreich Nepal kennen zulernen.
Anfang 2013 erzählte mir mein Vater von der Idee das „Dach der Welt“ zu besuchen und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, gemeinsam mit einigen unserer sächsischen Kletterfreunde in dieses faszinierende Land zu reisen. Für viele von ihnen war es die Verwirklichung eines lang ersehnten Wunsches.

Anfangs war ich etwas skeptisch, weil ich damals keinerlei Hochgebirgserfahrung hatte und auch sonst sportlich „die Zügel schleifen ließ“. Außerdem kamen nicht unerhebliche Kosten auf mich zu, da natürlich eine richtige Ausrüstung für so einen Trip erforderlich war.

Ich schlief einige Nächte darüber und sprach mit meiner Verlobten Conny und dem Rest der Familie, doch schnell wurde mir klar, dass mich eigentlich nichts mehr bremsen konnte. Zu sehr war ich von dem Gedanken beseelt diese ferne, fremde Welt zu erleben.

Buddhistische StupaWährend meiner Zeit in Nepal habe ich täglich Tagebuch geführt. Es ist kein professioneller Reisebericht mit großen sprachlichen Bildern, sondern eine ganz persönliche Niederschrift meiner Tage in Nepal. Ich habe die Aufzeichnungen nach meiner Rückkehr kaum bearbeitet, nur hier und da etwas ausformuliert. Deswegen lesen sie sich vielleicht nicht immer ganz so flüssig, sind im Ausdruck und der Zeitform ein Alptraum für jeden Deutschlehrer (meine Eltern mögen mir verzeihen) und wenn an einem Tag mal nichts „weltbewegendes“ passiert ist, habe ich nicht versucht den Tag zum großen Abenteuer zu machen.

Manang in NepalNach meiner Rückkehr aus Nepal habe ich meine Handaufzeichnungen abgeschrieben und mit den verschiedensten Zeugnissen meiner Reise auf Papier gebannt. Diese Seiten habe ich eingescannt und sind nun hier als „Original-Tagebuch“ anzuschauen.

Wer keine Lust auf langes Lesen hat, kann sich auch direkt die Bilder anschauen.

Das „Nepalesisch für Einsteiger“ soll einen kleinen Einblick in die Besonderheiten des Nepali bieten und vielleicht die eine oder andere Sprachbarriere auf Reisen überwinden helfen und in der Statistik finden alle Zahlen- und Faktenfreunde Angaben zu Höhe, Entfernung, Gewicht, Ausrüstung und Preis.

Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen und Stöbern und … vergessen Sie nicht die Zeit … im unbeschreiblichen Nepal.