Patan Durbar Square

Anreise nach Neapel und die ersten Urlaubstage

Wetter: kühl, bewölkt und Nieselregen

Strecke: Bahnfahrt von Neuenburg am Rhein nach Frankfurt am Main

Flughafen FrankfurtEndlich war es soweit. Vier Wochen Urlaub, oder doch eher Abenteuer (?), in Nepal lagen vor mir. Um nicht direkt aus dem Büro in den Flieger zu steigen hatte ich mir schon den Freitag Urlaub genommen und bin Donnerstag Nachmittag mit dem ICE 770 von Freiburg nach Frankfurt am Main gefahren, wo ich am Hauptbahnhof von Peter (einem ehemaligen Klassenkameraden meiner Frau) abgeholt wurde. Bis zum Nachmittag verlief mein erster Urlaubstag recht unspektakulär.
Das änderte sich als Peter endlich vom Besuch einer Sanitärmesse zurückkam und wir pünktlich 17.00 Uhr Richtung Flughafen „starten“ konnten. Eine Stunde benötigten wir für die Fahrt durch den Feierabend-Wochenend-Verkehr.
Nach der Verabschiedung machte mich auf die Suche nach dem Rest der Gruppe, welche mit dem Zug von Dresden anreisen wollte. Vereinbarter Treffpunkt war „der“ Lufthansa-Schalter im Terminal 1. Wie sich herausstellte war diese Verabredung recht optimistisch getroffen worden, denn es gab mehr als nur „den“ einen. Auf dem Bahnhofsdeck traf ich dann eher durch Zufall meine Mitstreiter der nächsten vier Wochen. Es muss so gegen 19.20 Uhr gewesen sein. Ich nutzte die Zeit und rief noch mal bei Conny in Neuenburg an.
20.30 Uhr begann dann das Einchecken am Lufthansa-Schalter 73. Es gab eine Menge zu beachten bei so einer Gruppe und dem Gruppengepäck. Es klappte aber alles reibungslos und eine Stunde später war das ganze Prozedere beendet. Auf dem Weg zum Boarding passierten wir 22.00 Uhr die Passkontrolle und ungefähr 10 Minuten später die Sicherheitsposten. Im Transitbereich am Flugsteig B 27 war dann erst mal Endstation und wir begannen mit dem Warten auf unsere Maschine der ROYAL NEPAL AIRLINES.
Auf dem Informationsmonitor wurde angezeigt, dass der Flug nach Kathmandu über Dubai rund eine Stunde verspätet sei. Wir übten uns also in Geduld und erhielten nach einer weiteren halben Stunde folgende Durchsage: „Die Fluggäste für den Flug nach Kathmandu via Dubai bitte zum Flugsteig B 21. Die Fluggäste für …“ Wir wechselten schnell unsere Position und trafen am anderen Flugsteig auch die Crew für unseren Flug bis Dubai.
0.30 Uhr war dann die Maschine aus London kommend gelandet und die Passagiere und die „alte“ Besatzung gingen von Bord. 20 Minuten später machte sich die neue Besatzung auf den Weg in die Maschine. Doch große Enttäuschung, als wenig später die Durchsage kam, dass das Flugzeug heute nicht mehr starten darf, weil die neue Crew mit der Summe der Verspätung und der vorrausichtlichen Flugzeit ihre zulässige Arbeitszeit überschreiten würde. Die Mannschaft des AIRBUS 310-300 ging kopfschüttelnd von Bord und später hieß es auch, dass die Maschine einen technischen Defekt hätte und da am Morgen in Rumänien ein AIRBUS gleicher Baureihe abgestürzt war, sei man besonders vorsichtig. Welch ein beruhigendes Gefühl.
Gedanken machen konnten wir uns aber nicht lange, denn ein ganz anderes Problem verlangte unsere Aufmerksamkeit. Es mussten alle 260 Passagiere untergebracht werden, was in der Messestadt Frankfurt an diesem Abend gar nicht so einfach war. Doch wir hatten Glück und bekamen Zimmer im „KEMPINSKI“ Frankfurt. Gut, wir waren vielleicht nicht ganz angemessen gekleidet, aber deswegen hat es uns nicht minder gefallen. Später haben wir dann gescherzt, dass die Einquartierung im „KEMPINSKI“ uns den krassen Unterschied zwischen zu Hause und Kathmandu noch deutlicher zu machen. Vati und ich bekamen eine Suite über zwei Etagen. Wir duschten und fielen, nach zwei langen Telefonaten mit unseren Lieben, gegen 3.00 Uhr müde in das große Doppelbett.

7.20 Uhr verließen wir heute früh unsere Betten und waren gegen 8.00 Uhr im „KEMPINSKI“ zum Frühstück. Es gab ein reichhaltiges Buffet. Laut unserem Frühstücksgutschein durften wir bis zu einem Betrag von DM 39,00 speisen. Ob wir das geschafft haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sehr gut und reichlich war.
10.00 Uhr kam ein Reisebus und brachte uns zum Flughafen zurück. Hier hatten wir noch bis 16.00 Uhr Zeit, denn dann erst sollte unser Flug nach Kathmandu gehen. Also besuchten wir die Aussichtsplattform des Terminal 1. Über eine Stunde beobachteten wir den regen Flugverkehr. Ständig kamen die unterschiedlichsten Flugzeuge herein und genauso oft starteten auch welche. Es war sehr interessant und beeindruckend, dass das Ganze „irgendwie“ funktioniert.
Gegen 15.00 Uhr wurde unser Flug aufgerufen und wir mussten zum Boarding. Ich dachte noch, hoffentlich geht heute alles glatt und schon gab es erneut Probleme mit der Bekanntgabe des richtigen Flugsteigs. Erst hieß es B 23, später B 20! 16.30 Uhr hatten wir es geschafft. Wir saßen im Bus und dieser brachte uns zum Flugzeug, welches etwas abseits stand, da es ja ein außerplanmäßiger Flug war. Unsere Plätze waren auf der mit vier Sitzplätzen nebeneinander bestuhlten Mittelreihe. Kurz vor dem Start machten die Stewardessen die Sicherheitsbelehrung und um 16.52 Uhr hob die Maschine vom Typ AIRBUS 310-300 ohne Probleme vom Boden in Frankfurt ab. Der Start bekam mir sehr gut und auf 10.000 m Höhe hatte wir blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Der Kapitän begrüßte uns an Bord und erklärte die Flugroute für die kommenden 6 Stunden bis Dubai. Wir flogen die Strecke Wien – Sofia – Ankara – Teheran – Dubai. Das erste und letzte Mal bin ich 1976 nach Moskau geflogen. Ich war damals 6 Jahre und habe eigentlich keine wirklichen Erinnerungen an den Flug mit einer sowjetischen IL-62 M. Ich freute mich einfach auf die kommenden Wochen und hoffte auf eine glückliche Heimkehr zu meiner Verlobten und unseren Sohn.
18.50 Uhr wurde von den freundlichen Stewardessen das Abendbrot serviert und die restliche Zeit bis Dubai verbrachten wir Tagebuchaufzeichnungen, Kartenstudium, lesen und schlafen. 22.38 Uhr MESZ (0.38 Uhr Ortszeit) landeten wir sicher in Dubai. Die Luft war drückend schwül. Wir wurden unter auffallend hohen Sicherheitsbestimmungen aus dem Flugzeug, in den Bus und dann zum Flughafengebäude gebracht. Wo man hinschaute freundliche, aber bestimmend auftretende Sicherheitsposten, denn wie ich hörte, rechnet man hier immer mit Anschlägen von Terroristen. Im sehr nobel gestalteten Transitbereich konnte man das Geld förmlich „riechen“. Wir nutzten die Zeit bis etwa 1.45 Uhr Ortszeit auf und waren gegen 2.10 Uhr wieder im Flugzeug, welches jetzt eine neue Besatzung hatte und aufgetankt war. 2.38 Uhr starteten wir mit Flugziel Kathmandu. 6.45 Uhr Nepalzeit wurde das Frühstück serviert. Es war recht schmackhaft.
Gegen 8.00 Uhr versuchte der Pilot die erste Landung. Er flog aber zu tief an und musste durchstarten. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn man in diesem „Vogel“ drinsitzt. Der zweite Landeversuch um 8.20 Uhr klappte dann reibungslos und wir sind am Ziel angekommen.
Flughafen in Kathmandu NepalDie Abfertigung auf dem Flughafen geht sehr schnell. Für unser Touristenvisum zahlten wir $ 30,00 und beim Umtausch bekam ich für $ 150,00 ca. NR 7.300,00.
Abgeholt wurden wir von Bekannten unseres Reiseleiters Uli und Angestellten des Hotels. Zur Begrüßung bekam jeder von uns zwei Blumenketten um den Hals gehangen und unser Gepäck wurde sehr schnell auf dem Busdach verladen. Bei der anschließenden Fahrt zum Hotel hatten wir immer Angst, es könnte etwas herunterfallen. Die Straßen von Kathmandu sind teilweise sehr eng und in einem bedauernswerten Zustand.
Unser Hotel befand sich in Thamel, hieß „Shakti“ und machte einen soliden und ordentlichen Eindruck. Wir bekamen alle Doppelzimmer, aber in unterschiedlicher Qualität. Vati und ich bekamen ein kleines, karg eingerichtetes Zimmer ohne Toilette und Bad. Das Bett war auch nicht bezogen.
11.30 Uhr trafen wir uns zu einem ersten Stadtrundgang vor unserem Hotel. Als wir dann in die Altstadt von Thamel eintauchten, war ich im ersten Moment sprachlos. Ich war schockiert über den allgegenwärtigen Schmutz und Abfall und den Zustand der meisten Häuser. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie gut es uns doch in Deutschland geht. Mir wurde auch klar, dass man Kathmandu niemandem beschreiben kann. Man muss es gesehen und erlebt haben. Dieses Gemisch aus Schmutz, Menschenmassen, Farbenpracht und Prunk der alten Tempel, chaotisch fahrenden Autos, Motorräder, Rikschas und Fahrräder, ständiges Hupen und Klingeln in allen vorstellbaren Tonlagen und vor allem Händler, mehr oder weniger aufdringlich. Zusammengefasst eine für uns nicht begreifbare Welt. Wir sahen bei unserem Spaziergang eine Menge Tempel und Stupas und den Durbar Square, den alten Königspalast. 18.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und verabredeten uns für 19.30 Uhr zum Abendbrot.
Nach einer Dusche im Zimmer von Achim und Heinz, im „Bathroom“ auf dem Korridor wollte ich nicht duschen, ging ich in die Hotelhalle und schrieb einige Karten. Dabei dachte ich an Conny und beschloss, sie anzurufen. In Neuenburg war es ca. 15.00 Uhr und die Verbindung nach Europa war ausgezeichnet. Pünktlich saßen wir im Hotelrestaurant zum Abendbrot und bestellten kurz vor 20.00 Uhr unser Essen. Eine Stunde später wurde es auch „schon“ gebracht. Wahrscheinlich waren sie in der Küche auf so einen Ansturm nicht eingestellt. Die Speisen waren aber gut. 22.40 Uhr waren wir dann in unseren Betten.

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